Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) veröffentlichte am 8.7. ein Konzept für eine Kindergrundsicherung. Es sieht vor, verschiedene kind- und familienbezogene Leistungen wie Kindergeld und Kinderfreibetrag, aber auch Teile des Bildungs- und Teilhabepaketes sowie eine Wohnkostenpauschale in einer Geldleistung zu bündeln und möglichst niedrigschwellig auszuzahlen. Die tatsächlich ausgezahlte Geldsumme orientiert sich dabei an der Einkommenssituation der jeweiligen Familie.
„Auch die AWO setzt sich im Bündnis mit vielen anderen Organisationen für eine einkommensabhängige Kindergrundsicherung ein“, kommentierte der AWO-Bundesvorsitzende Wolfgang Stadler das DGB-Konzept. „Denn wir wissen aus eigener Forschung und Praxis, wie tiefgreifend die materiellen, kulturellen, sozialen und gesundheitlichen Folgen der Armut für das Leben und den Lebensverlauf der Kinder und Jugendlichen sind. Erst eine Kindergrundsicherung schafft die materiellen Voraussetzungen für ein gutes Aufwachsen, für Teilhabe statt Armut.“
Erst im Vorjahr hat die AWO eine Langzeitstudie zur Kinderarmut in Deutschland veröffentlicht. Diese Studie zeigt deutlich: wenn es an sensiblen Übergangsphasen im Leben passende soziale Dienstleistungen und ein funktionierendes soziales Netz gibt, dann steigen die Chancen der Betroffenen, der Armut zu entkommen. Erforderlich ist also eine stärkere präventive Ausrichtung, ein Paradigmenwechsel, der Armut im Vorhinein verhindert.
Vgl. dazu die AWO-ISS-Langzeitstudie zur Kinderarmut


