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Die Tafeln der AWO

Unsere Tafeln sammeln bei Lebensmittelhändlern oder -produzenten Lebensmittel ein, die nicht mehr verkauft werden können oder sollen, für den Verzehr aber einwandfrei sind. Diese Lebensmittel - Brot, Gemüse, Obst, Wurst, Milchprodukte usw. - werden an bedürftige Menschen kostenlos weitergegeben. Voraussetzung dafür, diese Unterstützung zu bekommen ist eine entsprechende Bescheinigung der Sozialbehörden des jeweiligen Wohnorts. Die Arbeit in den Tafeln wird von ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern getan. Die Lebensmittel werden gespendet. Dennoch ist ein erheblicher finanzieller Einsatz notwendig, damit die Tafeln arbeiten können: Kühlfahrzeuge für den Transport sind nötig - mit all den bekannten laufenden Kosten. In den Ausgaberäumen fallen Heizkosten an, die Kühlschränke brauchen Strom und nicht überall bekommen wir die Räumlichkeiten kostenfrei zur Verfügung gestellt. Die Tafeln können nur arbeiten, wenn diese Kosten durch Spenden finanziert werden.

Die Hennefer Tafel ist die älteste Tafel in Trägerschaft der AWO in unserer Region. Seit dem Frühsommer 2004 verteilt sie Lebensmittel. Derzeit werden an zwei Ausgabetagen in der Woche  etwa 300 Haushalte mit 900 Personen mit Lebensmitteln unterstützt.


Im Mai 2008 hat die Mucher Tafel zum ersten Mal Lebensmittel ausgegeben. Much ist mit etwa 15.000 Einwohnern die zweitkleinste Kommune im Rhein-Sieg-Kreis. Doch auch hier suchen viele bei der  Tafel Unterstützung. Derzeit sind etwa 100 Tafelausweise für zusammen mehr als 230 Personen ausgegeben. Ein knappes Drittel der unterstützten Personen sind Kinder und Jugendliche.


Im Dezember 2008 öffnete die Bad Honnefer Tafel zum ersten Mal ihre Ausgabestelle. Bad Honnef gilt statistisch als die reichste Kommune in Nordrhein-Westfalen. Trotzdem gibt es auch in Bad Honnef eine - für viele überraschend - große Zahl von Menschen, die von „Grundsicherung für Arbeitsuchende" oder vergleichbaren Sozialleistungen leben müssen. Etwa 300 Personen aus 160 Haushalten suchen die Hilfe der Tafel. Mehr als ein Drittel der Tafelkunden lebt allein.


Im August 2009 konnte endlich auch die vierte Tafel der AWO im Rhein-Sieg-Kreis die Arbeit aufnehmen. Schon am ersten Ausgabetag kamen mehr als 50 Hilfesuchende und die Kundenzahlen  stiegen schnell an. Mittlerweile sind etwa 200 Ausweise für zusammen etwa 400 Personen ausgegeben.

 

Kinderhilfsfonds

In Bonn und im Rhein-Sieg-Kreis leben mehr als 20000 Kinder in Armut oder sind akut von Armut bedroht. 20000 Kinder, die nicht lernen können, wie andere Kinder, die nicht spielen können wie andere Kinder, die nicht in die Ferien fahren können wie andere Kinder, die nicht im Sportverein oder Spielmannszug mitmachen können wie andere Kinder. Damit sind die Möglichkeiten der persönlichen Entwicklung dieser Kinder erheblich eingeschränkt - mit Folgen für ihr ganzes Leben. Der Kinderhilfsfonds der AWO gibt individuelle Hilfen, um dringende, unbezahlbare Anschaffungen zu ermöglichen, er gibt Zuschüsse zum Mittagessensgeld im Kindergarten oder hilft in akuten Notlagen.

 

Sozialpsychiatrisches Zentrum (SPZ)
Jeden kann es treffen. Psychische Erkrankungen sind keinesfalls Ausnahmeerscheinungen in einer ansonsten stabilen Gesellschaft. Zwischen 1,6 und 4 Millionen Menschen suchen jährlich in Deutschland psychiatrische Hilfe, 400.000 von ihnen werden stationär behandelt. Die Angebote des SPZ in Eitorf richten sich an Menschen mit psychischer Erkrankung und deren Angehörige.
Mit dem umfangreichen Angebot

  • Ambulantes betreutes Wohnen
  • Ambulant aufsuchender Dienst
  • Kinder- und Jugendhilfe
  • Kontakt und Beratung
  • Tagesstätte

wird das Ziel verfolgt, die Lebensbedingungen der Menschen, die unter psychischer Erkrankung leiden, zu verbessern.

 

KipES
Wenn Eltern in Depressionen versinken, müssen Kinder Organisation und Planung in Haushalt und Familie übernehmen. Das nimmt ihnen den Raum für eine unbeschwerte Kindheit und belastet ihren Alltag. 250 000 Kinder leben deutschlandweit bei einem Elternteil mit diagnostizierter psychischer Erkrankung, 60 Prozent dieser Kinder laufen Gefahr, selbst psychische Schäden davon zu tragen.

Um das zu verhindern und um ein Netzwerk der Hilfe für Betroffene zu bilden, führt das Sozialpsychiatrische Zentrum der Arbeiterwohlfahrt Bonn/Rhein-Sieg e.V. seit dem 1. November 2009 das Projekt „Kinder und Jugendliche psychisch kranker Eltern Eitorf / Siebengebirge" (Kipes) durch. Hier wird mit den Kindern über die Krankheit gesprochen, ein Konzept für den Alltag entwickelt und mit Freizeitangeboten und Ausflügen ein Stück Unbeschwertheit zurückgegeben.

Im Projekt ist aber auch eine intensive Beschäftigung mit den Eltern vorgesehen. Oft haben die Mütter große Angst vor dem Jugendamt und davor, dass man ihnen die Kinder wegnehmen könnte. Die Vernetzung mit Koordinationspartnern wie dem Jugendhilfezentrum, den psychiatrischen Kliniken, Familienberatungsstellen, Schulen und Kindergärten soll diesen Schritt vermeiden helfen. Eine ideale Beratung und Diagnostik soll die Eltern bestmöglich in ihrem Erziehungsauftrag stärken.

 

Intensivgruppe für Mädchen in Siegburg
Laut DAK-Report 2002 zeigt sich ein alarmierender Anstieg der psychischen Erkrankungen in den Altersgruppen zwischen 15 und 29 Jahren bei beiden Geschlechtern. Die Häufigkeit der Fälle nahm hier zwischen 70 und 90 Prozent zu. Bei den 20 bis 24-jährigen Frauen stieg die Zahl der Fälle um 90 Prozent und damit am stärksten. Für diese jungen Menschen bietet die AWO Bonn/Rhein-Sieg ein angemessenes und wohnortnahes Wohn- und Betreuungsangebot. Die Intensivgruppe für Mädchen in Siegburg. Die Betroffenen können in der ihnen vertrauten Umgebung verbleiben und die für sie notwendige soziale Sicherheit und Beziehungskontinuität erfahren. Die Einrichtung bietet zehn Bewohnerinnen in Einzelzimmern Wohn- und Lebensraum. Die Mädchen werden durch das Gruppenkonzept in die Lage versetzt, sich unter Anleitung auszutauschen. Gleichzeitig  werden sie entsprechend ihrer Fähigkeiten an der Organisation und Durchführung der notwendigen Arbeiten beteiligt, was ihre Autonomiebestrebungen unterstützt und sie gleichzeitig zu wichtigen Teilen der Gruppe macht. Als wesentliche Schwerpunkte dieses konzeptionellen Ansatzes sollen daher die Verhinderung von Psychiatrie-Karrieren und die Vermeidung der Chronifizierung von Erkrankungen im weiteren Lebensverlauf angesehen werden.

 

Betreute Schulen e.V.
Beruf und Familie unter eine Hut zu bringen ist für viele Eltern eine zusätzliche Belastung und große Herausforderung. Betreute Schulen e.V., ein korporatives Mitglied der Arbeiterwohlfahrt Kreisverband Bonn/Rhein-Sieg e.V. leistet mit ihren Offenen Ganztagsschulen (OGS) einen wichtigen Beitrag, Eltern die Organisation des Alltags zu erleichtern. Gesellschaftlich betrachtet trägt die OGS zur Chancengleichheit der Kinder bei. Die Kinder erhalten verlässliche Betreuung vor und nach dem Unterricht, warmes und gesundes Mittagessen, fachkundige Hausaufgabenhilfe und vielfältige Angebote im sportlichen, musikalischen, kreativen oder wissenschaftlichem Bereich. Ziel ist die ganzheitliche Bildung und Erziehung der Kinder.

 

Familienzentren
In den Familienzentren der AWO stehen außer der Kindertageseinrichtung zusätzliche Angebote bereit. Hierdurch sollen Kinder und Familien gestützt werden. Unterschiedliche Lebenslagen und Wünsche von Kindern und Familien werden berücksichtigt. Das Angebot richtet sich an alle Familien im Umkreis der Einrichtung. Das Familienzentrum kooperiert mit Beratungsstellen, Kinderärzten, Frühförderzentren, Wohnberatungsstellen, Kinder- und Jugendpsychiatrie, Grundschulen, Hebammen und Fachdienste für Migration und Integration.

 

Wohnheim für psychisch erkrankte Menschen in Hennef
Am 06. März 2006 eröffnete das Wohnheim des Kreisverbands der Arbeiterwohlfahrt Bonn/Rhein-Sieg e.V. in Hennef. Das Angebot richtet sich an Frauen und Männer mit einer seelischen Erkrankung in Verbindung mit einer Suchtproblematik. Unter der Obhut qualifizierter und engagierter Mitarbeiter werden die  Bewohner angeleitet, ihren Alltag möglichst selbständig zu bewältigen, Auslöser für psychische Krisen und die Verhaltensweisen und Umstände die zu Suchtmittelrückfällen führen frühzeitig zu erkennen und zu ändern. Das Wohnheim bietet Raum für 10 Frauen und Männer.

 

Wohnheim für psychisch erkrankte Menschen in Siegburg
Die Einrichtung für psychisch Erkrankte in Siegburg gibt es seit 1999. Das Angebot richtet sich an volljährige, chronisch psychisch erkrankte Menschen, die auf Grund ihrer Erkrankung nicht mehr oder noch nicht in Lage sind, alleine ohne dauernde und intensive Betreuung zu leben. Mit dem Ziel den Bewohnern die Fähigkeit zu vermitteln, ein eigenständiges und zufrieden stellendes Leben zu führen, orientiert sich die Wiedereingliederungshilfe auf die drei Lebensbereiche Wohnen, Alltagsgestaltung (Arbeit) und Freizeit. Das Haus ist für 24 BewohnerInnen konzipiert.

 

Schwangerschaftskonfliktberatung
Als staatlich anerkannte Beratungsstelle nach § 219 STGB bietet die Einrichtung in einer Schwangerschaftskonfliktsituation die vom Gesetzgeber geforderte Beratung an. Im gemeinsamen Gespräch unterstützen qualifizierte Mitarbeiter schwangere Frauen oder Paare eine Entscheidung zu finden. Sie erhalten Informationen über rechtliche Fragestellungen und öffentliche Hilfen.

 

Internationales Zentrum
Das internationale Zentrum bietet Neuzuwanderern und Menschen mit Migrationshintergrund, die schon längere Zeit in Deutschland leben und über 27 Jahren sind durch qualifizierte Beratung eine erste Orientierung und Bedarfsfeststellung. Die Mitarbeiter beraten und begleiten die Menschen individuell bei ihrem Integrationsprozess in die Gesellschaft. Mit den vielfältigen Angeboten ermöglicht und fördert die Einrichtung den Dialog zwischen den Kulturen.

 

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